Filmstill zu "Ein Lord vom Alexanderplatz"

Buchneuheit: Sorbische Filmlandschaften. Serbske filmowe krajiny.


Zeughauskino, Berlin

Seit Filme gemacht werden, stehen auch Sorbinnen und Sorben vor und hinter der Kamera. Einen Höhepunkt erlebte der sorbische Film in der DDR, vor allem in der DEFA-Produktionsgruppe »Sorbischer Film« (Serbska filmowa skupina). In der deutschen Filmgeschichtsschreibung aber ist er bisher nahezu unsichtbar.

In Kooperation mit dem Sorbischen Institut schließt die von Grit Lemke und Andy Räder in der Schriftenreihe der DEFA-Stiftung herausgegebene Monografie „Sorbische Filmlandschaften. Serbske filmowe krajiny“ mit Beiträgen sorbischer und deutscher Autorinnen und Autoren diese Lücke. Vom Kaiserreich bis in die Gegenwart geben sie einen Überblick des sorbischen Filmschaffens. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Kino- und Fernsehproduktionen des DEFA-Studios sowie der Babelsberger Filmhochschule zwischen 1946 und 1992. Ergänzend dazu werden die wichtigsten sorbischen Filmschaffenden der DDR vorgestellt und ihre Bedeutung für den sorbischen und deutschen Film erörtert. Einzelbeiträge beleuchten zudem Fragen von Identitätsbildung und Film, Literaturverfilmungen, Stereotypen im Film und Verbindungen zum indigenen Kino. Ein Gespräch mit ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Produktionsgruppe bietet seltene Einblicke in eine bislang unbekannte Produktionspraxis und den Umgang mit der einzigen staatlich anerkannten ethnischen Minderheit der DDR. Auf zwei beigelegten DVDs werden wichtige Werke – sowohl deutsch- als auch sorbischsprachig – erstmals öffentlich zugänglich gemacht. Zum Preis von 39 Euro ist das im Bertz+Fischer Verlag  erscheinende Buch ab Mitte April im Buchhandel erhältlich.

Eine erste öffentliche Buchvorstellung  findet am 26. April, 19:00 Uhr, im Berliner Zeughauskino statt. Anschließend zeigt das Kino bis zum 14. Mai eine Retrospektive zum sorbischen Filmschaffen.

Sorbische Filmreihen sind auch auf dem diesjährigen Filmfest Dresden (16.-21. April) sowie auf dem Neisse Filmfestival (14.-19. Mai) zu erleben. Am 18. April startet Grit Lemkes neuer Dokumentarfilm BEI UNS HEISST SIE HANKA (2024), in dem sich die Filmemacherin auf die Spuren ihrer eigenen sorbischen Wurzeln in der Lausitz begibt, in den Kinos.

Filmstill zu "Die Schmerzen der Lausitz; Zalosci nam Luzyca"

Gezeichnete Landschaft: DIE SCHMERZEN DER LAUSITZ (R: Peter Rocha, 1989/90) Fotograf: Jürgen Matschie

Filmstill zu "Sehnsucht"

Ulrike Krumbiegel mit Holzfigur der Göttin Siwa. SEHNSUCHT (R: Jürgen Brauer, 1989/90) Fotografin: Waltraut Pathenheimer

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