Förderung

Die Stiftung ist aktiv fördernd tätig. Zur Entscheidung über Anträge auf Förderung entscheidet ein Ausschuss. Die DEFA-Stiftung vergibt Fördermittel an Privatpersonen, Körperschaften des öffentlichen Rechts und gemeinnützige Institutionen. Sie fördert die wissenschaftliche und publizistische Erschließung und Auswertung des DEFA-Filmstocks, Ausstellungen, Symposien und Veranstaltungen auf filmkulturellem Gebiet. Sie unterstützt kinemathekarische und museale Projekte und vergibt Stipendien, die der Entwicklung deutscher Filmkultur und der Vorbereitung filmkünstlerischer Arbeiten dienen. Seit ihrem Bestehen hat die DEFA-Stiftung rund sechs Millionen Euro für die Förderung von Filmkunst und Filmkultur zur Verfügung gestellt. Jährlich werden etwa 250.000 € Fördermittel vergeben.

Ab 2014: Die DEFA-Stiftung setzt Förderungen aus

Mit großem Bedauern beschloss der Stiftungsrat der DEFA-Stiftung auf seiner Sitzung am 13. November 2013, dass die Vergabe von Projektförderungen und Stipendien durch die DEFA-Stiftung ab 2014 auf unbestimmte Zeit ausgesetzt wird.

Hintergrund dieser drastischen Maßnahme ist die schwierige Finanzsituation der Stiftung, die vor allem aufgrund unregelmäßiger und deutlich geringerer Zahlungen durch die Verwertungsgesellschaften eingetreten ist. Bislang haben die Einnahmen durch die Verwertungsgesellschaften die Hälfte der Erlöse der DEFA-Stiftung ausgemacht. Seit 2011 fallen jedoch jährlich hohe Fehlbeträge an. Die von der DEFA-Stiftung vergebenen Förderungen und Stipendien, von denen insbesondere unabhängige Produzenten, Filmfestivals, Wissenschaftler, Filmhistoriker und Drehbuchautoren profitierten, sind nicht länger durch Einnahmen gedeckt.

Die DEFA-Stiftung gerät damit in Mitleidenschaft eines Konfliktes um die Höhe von Abgabenzahlungen zwischen der Geräteindustrie und den Verwertungsgesellschaften, welcher durch die Neuregelung des Urheberrechtsgesetzes im Jahr 2008 zutage trat. Bis dahin waren die Abgaben, die von den Geräteherstellern für die Möglichkeit des Kopierens künstlerischer Werke zu leisten waren, im Gesetzestext festgelegt. Diese Passagen wurden jedoch 2008 neu formuliert und insbesondere im Hinblick auf die neuen Medien ohne eine Regelung fester Tarife angepasst. Das neue Vergütungssystem erwies sich in den Verhandlungen zwischen Geräteherstellern und Verwertungsgesellschaften als nicht umsetzbar.

Derzeit laufen über einhundert Verfahren zwischen der Zentralstelle für private Überspielungsrechte und abgabepflichtigen Unternehmen zur Frage der Vergütung für private Vervielfältigungen ab dem Zeitraum 2008. Insgesamt geht es hierbei um eine Verhandlungssumme von schätzungsweise über 1 Mrd. Euro. Nicht nur die DEFA-Stiftung, auch andere Filmerbe-Institutionen und Kreativschaffende leiden unter den Auseinandersetzungen, die sich noch über mehrere Jahre ziehen können. Die DEFA-Stiftung drängt auf eine Gesetzesänderung, um Klarheit über Abgaben, Erlöse und weitere Ansprüche zu erhalten.

Die DEFA-Stiftung befindet sich über all diese Fragen im regelmäßigen Gespräch mit den Verwertungsgesellschaften; konkrete Antworten stehen allerdings aus. Erst wenn sich die Einnahmenseite der DEFA-Stiftung stabilisiert, kann die Vergabe von Fördermitteln und Stipendien wieder aufgenommen werden. – Vom Aussetzen der Projektförderungen und Stipendien sind die Förderpreise für Regisseure auf mehreren deutschen Filmfestivals und der alljährliche DEFA-Stiftungspreis ausdrücklich nicht betroffen.