Wiederaufführung DIE TAUBE AUF DEM DACH

Am 6. September um 19 Uhr findet die Wiederaufführung des verbotenen und lange verschollenen DEFA-Spielfilms DIE TAUBE AUF DEM DACH (1973/2010) von Iris Gusner im Kino Arsenal statt.

DIE TAUBE AUF DEM DACH erzählt die Geschichte dreier höchst unterschiedlicher Menschen, die die Suche nach ihrem Platz in der Gesellschaft und deren Ideal vereint.
Auf einer Baustelle im Süden der DDR, wo Hunderte von Wohnungen in moderner Plattenbauweise entstehen, lernt die junge und selbstbewusste Bauleiterin Linda Hinrichs (Heidemarie Wenzel) zwei Männer näher kennen: Zum einen den Studenten Daniel (Andreas Gripp), dessen Zukunftsträumerei und Unangepasstheit ihr gefällt. Zum anderen trifft sie auf den Baubrigadier Hans Böwe (Günter Naumann), einen Zugvogel. Seinem Auftrag als Arbeiter folgend hat er an vielen Stellen der DDR neue Häuser gebaut, dabei aber sein eigenes Zuhause verloren. Linda geht ganz in ihrer Arbeit auf, doch droht sie aus Zeitmangel ihr privates Glück aus den Augen zu verlieren.

Der Film von Iris Gusner wurde 1973 nicht freigegeben, was einem Verbot gleichkam. Da er nicht zu den Verbotsfilmen des 11. Plenums gehörte, spielte er auch bei der Wiederentdeckung 1990 keine Rolle. Erst Roland Gräf fand im gleichen Jahr im DEFA-Studio für Spielfilme eine farbige Arbeitskopie mit bereits großen Schichtablösungen. Er ließ als Sicherungsstück ein Duplikatnegativ in Schwarz- Weiß herstellen. Die davon gezogene Positivkopie wurde am 7. Oktober 1990 im Kino Babylon uraufgeführt. Besonders tragisch ist es, dass danach sowohl die Arbeitskopie, das Duplikatnegativ und die Kinokopie verloren gingen. Auch unser Aufruf im Newsletter, sich an der Suche nach dem Material zu beteiligen, blieb erfolglos. Erst im November wurde in den Kellerräumen des insolventen ehemaligen Kopierwerks auf dem Gelände des Studios Babelsberg das Schwarz-Weiß Duplikatnegativ gefunden; nach erster Prüfung weitgehend in Bild und Ton komplett. 2010 wurde der Film restauriert und startet am 9. September im Verleih von defa-spektrum in den Kinos.