„Regisseure der DEFA“ in der Cinémathèque française in Paris

Vom 18. bis zum 29. Juni 2003 stellte die Cinémathèque française in Zusammenarbeit mit der DEFA-Stiftung in Paris eine DEFA-Retrospektive vor.

Insgesamt wurden 17 Spielfilme der 70er und 80er Jahre – zwischen dem Kahlschlag 1965 und der Wende - von den fünf Regisseuren Konrad Wolf, Egon Günther, Frank Beyer, Lothar Warneke und Roland Gräf gezeigt. Kriegserinnerungen, Gegenwartsfilme, literarische Verfilmungen, Künstlerporträts: Das Programm gab den Pariser Zuschauern die Möglichkeit, die Vielfältigkeit der damaligen DEFA-Produktion zu entdecken. Ausser Spur der Steine war kein verbotener Film ausgewählt worden, es handelte sich mehr um die Werke, die das DDR-Publikum erreicht hatten.

Zum Eröffnungsabend war der Regisseur Egon Günther anwesend, um seine Filme Der Dritte (1971) und Lotte in Weimar (1975) vorzustellen und er nahm auch an der anschliessenden Diskussion mit dem Publikum teil. Am 26. und 28. Juni präsentierte Roland Gräf Ein Bankett für Achilles (1975), Die Flucht (1977), Das Haus am Fluss (1986) und Hans Fallada, letztes Kapitel (1988).

Auch wenn die Fragen vor allem das Thema Zensur und Politik behandelten, waren die Zuschauer sowohl vom Inhalt der Filme als auch von ihrer ästhetischen Qualität sehr beeindruckt.

Eine Veranstaltung, die sicher ermutigen kann, andere DEFA-Reihen in Frankreich zu fördern.

Carolin Moine
Centre Marc Bloch
Deutsch-französisches Forschungszentrum für Sozialwissenschaften Berlin