Günter Naumann, geboren am 17. November 1925 in Chemnitz, absolviert zunächst eine Ausbildung zum Betonbauer, bevor er ein Studium der Architektur beginnt – das er jedoch nicht beenden kann, da er in Nazi-Deutschland zur Wehrmacht einberufen wird. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gerät Naumann in Kriegsgefangenschaft; nach seiner Entlassung wendet er sich kurzzeitig der Malerei zu und studiert schließlich von 1950 bis 1953 Schauspielerei in Leipzig. Sein Bühnendebüt gibt Naumann noch im gleichen Jahr an den Städtischen Bühnen in Chemnitz, wo er bis 1957 beschäftigt ist. Dann wird er ans Berliner Ensemble geholt, wo er durch hoch gelobte Auftritte in zahlreichen Klassiker-Inszenierungen sehr schnell zu einem populären und renommierten Charakterdarsteller avanciert.

Günter Naumann (m.) mit Armin Müller-Stahl (l.) und Manfred Krug (r.) in "Fünf Patronenhülsen" (1960)
Foto: DEFA-Stiftung/Eberhard Daßdorf
Sein Leinwanddebüt gibt Naumann 1960 mit einer Nebenrolle in Frank Beyers (Anti-)Kriegsfilm "Fünf Patronenhülsen": An der Seite von Armin Mueller-Stahl und Ernst Busch verkörpert er darin einen bulgarischen Freiheitskämpfer. Bis Mitte der sechziger Jahre ist Naumann in einer Reihe weiterer markanter DEFA-Nebenrollen zu sehen und arbeitet mit renommierten Regisseuren wie Konrad Wolf und Ralf Kirsten.

Heidemarie Wenzel und Günter Naumann in "Die Taube auf dem Dach" (1973/2010)
Foto: DEFA-Stiftung/Klaus Goldmann
Ab Ende der sechziger Jahre ist er neben seiner Theaterarbeit vor allem im Fernsehen zu sehen; 1970 nimmt er seinen Abschied von der Bühne und wechselt zum Ensemble des Deutschen Fernsehfunks (DFF) der DDR. Hier gehört der Part des "Chief" in der Serie "Zur See" (1977) zu seinen populärsten Rollen. Daneben ist Naumann in zahlreichen Rollen in TV-Filmen und Serien zu sehen, zu DDR-Zeiten etwa in dem viel gelobten Mehrteiler "Scharnhorst" (1978) oder als Hauptmann Beck in der Krimiserie "Polizeiruf 110" – eine Rolle, die er als Kommissar Beck auch nach der Wende mit großem Erfolg bis zu seinem Ausstieg im Jahr 1997 beibehält. Im Kino war Naumann zuletzt in Hagen Kellers hoch gelobtem Jugenddrama "Meer is nich" (2008) zu sehen.
Am 6. November 2009 stirbt Naumann an Organversagen in Berlin.
Quelle: Deutsches Filminstitut – DIF
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