Auf den 62. Internationalen Filmfestspielen Berlin vom 9. bis 19. Februar gibt es eine Sonderreihe zu Filmproduktionen aus Babelsberg unter dem Titel „Happy Birthday, Studio Babelsberg“. Die Berlinale gratuliert damit dem ältesten Großatelier-Filmstudio der Welt zum 100. Jubiläum. Neben UFA-Produktionen wie DER LETZE MANN (1924, R: Friedrich Wilhelm Murnau) und DER BLAUE ENGEL (1929/30, R: Jösef vön Sternberg) sowie neuen Produktionen wie DER VORLESER (USA/D 2008, R: Stephen Daldry) laufen auch die DEFA-Filme DIE MÖRDER SIND UNTER UNS (1946, R: Wolfgang Staudte), DAS KANINCHEN BIN ICH (1965, R: Kurt Maetzig), GOYA (1971, R: Konrad Wolf) und DAS HAUS AM FLUSS (1985, R: Ro-land Gra f).
Die Filmfestspiele verleihen Studio Babelsberg zudem eine Berlinale Kamera. Mit der Berlinale Kamera zeichnen die Internationalen Filmfestspiele Berlin seit 1986 Filmpersönlichkeiten oder Institutionen aus, denen sie sich besonders verbunden fühlen und denen sie mit dieser Ehrung ihren Dank ausdrücken möchten.
Festivaldirektor Dieter Kosslick wird die Berlinale Kamera beim Festakt des Studio Babelsberg am 12. Februar 2012 in der Marlene Dietrich Halle überreichen.




Die DEFA-Filme der Sonderreihe „Happy Birthday, Studio Babelsberg“ laufen an folgenden Tagen:
DIE MÖRDER SIND UNTER UNS (1946)
Regie: Wolfgang Staudte
Mit E. W. Borchert, Hildegard Knef, Erna Sellmer, Arno Paulsen
Berlin 1945. Susanne Wallner, eine junge Fotografin, kehrt aus dem Konzentrationslager zurück, doch ihre Wohnung ist besetzt. Hier lebt seit kurzem der aus dem Krieg heimgekommene Chirurg Mertens, der seine furchtbaren Erinnerungen mit übermäßigem Alkoholgenuß zu verdrängen sucht. Die beiden arrangieren sich, und mit Susannes Hilfe findet Dr. Mertens langsam wieder zu sich selbst. Da begegnet ihm sein ehemaliger Hauptmann Brückner, nun ein aalglatter Geschäftsmann, dem es egal ist, ob er aus Stahlhelmen Kochtöpfe macht, oder umgekehrt. Mertens‘ Gewissen rebelliert, und am Weihnachtsabend 1945 will er Sühne fordern für ein von Brückner drei Jahre zuvor im Osten befohlenes Massaker an Frauen, Kindern und Männern. Im letzten Moment kann Susanne ihn davon überzeugen, daß die Vergeltung solcher Schuld keine Privatangelegenheit ist, sondern der Kriegsverbrecher vor ein Gericht gehört.
Di 14.02. 11.00 Uhr CinemaxX 8 (E)
Sa 18.02. 18.00 Uhr Filmmuseum Potsdam (E)
DAS KANINCHEN BIN ICH (1965)
Regie: Kurt Maetzig
Mit Angelika Waller, Alfred Müller, Ilse Voigt, Wolfgang Winkler
Maria Morzeck ist 19 Jahre alt und arbeitet als Kellnerin. Eigentlich wollte sie Slawistik studieren und Dolmetscherin werden. Doch weil ihr Bruder Dieter wegen "staatsgefährdender Hetze" zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, ließ der Staat sie nicht zum Studium zu. Maria verliebt sich in den wesentlich älteren Paul Deister, erfährt, daß er der Richter war, der Dieter zu der hohen Strafe in dem dubiosen Prozeß - unter Ausschluß der Öffentlichkeit - verurteilt hat. Sie verwirft die anfängliche Absicht, die Beziehung zu Dieters Gunsten zu nutzen, will die Liebe und den Fall auseinanderhalten. Doch sie möchte von Paul die ganze Wahrheit wissen. Sein Verhalten macht deutlich, daß er Gesetze wie Menschen nur für seine Karriere benutzt. Maria verläßt ihn enttäuscht. Als der vorzeitig entlassene Bruder von dem Verhältnis erfährt, schlägt er seine Schwester zusammen. Sie zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus, entschlossen, um ihren Studienplatz zu kämpfen.
Do 16.02. 11.00 Uhr CinemaxX 8 (E)
Fr 17.02. 20.00 Uhr Filmmuseum Potsdam
GOYA (1971)
Regie: Konrad Wolf
Mit Donatas Banionis, Olivera Katarina, Fred Düren, Tatjana Lolowa, Rolf Hoppe, Mieczyslaw Voit, Ernst Busch
Ausgehend von der literarischen Vorlage, dem Roman von Lion Feuchtwanger zeigt Regisseur Konrad Wolf den Künstler Goya als einen Mann des Widerspruchs, der zwischen Königstreue und Volksverbundenheit, zwischen ehelicher Treue und seiner Leidenschaft zu Herzogein Alba wankt. Die Schicksalsbegegnung mit der Sängerin Maria Rosario verändert sein Leben.
Di 14.02. 20.00 Uhr Filmmuseum Potsdam
Di 14.02. 22.30 Uhr International (E)
DAS HAUS AM FLUSS (1985, Berlinale 1986)
Regie: Roland Gräf
Mit Katrin Saß, Manfred Gorr, Rolf Hoppe, Corinna Harfouch, Sylvester Groth
Geschichte einer deutschen Familie während des zweiten Weltkrieges. Im Mittelpunkt stehen vier Frauen, die im Haus am Fluß leben. Mutter Voß, ihre beiden Töchter Agnes und Lisbeth und die Schwiegertochter Emmi. Den Krieg nehmen sie als unvermeidlich hin und wollen für sich das Beste daraus machen. Eine ukrainische Bauernbluse hat Emmi von ihrem Mann Paul bekommen. Agnes wünscht sich von ihrem Mann Jupp, der ebenfalls an die Ostfront muß, einen Pelz. Während die Männer im Krieg sind, erliegt Agnes in einer schwachen Stunde der Verführung ihres Chefs, des Transportunternehmers Hüsgen. Emmi nimmt sich das Leben, als sie die Nachricht vom Tod Pauls erhält. Agnes hat schließlich ihren Russenpelz, doch der Preis ist hoch: Jupp kommt als Krüppel nach Hause. Als Agnes den zudringlichen Hüsgen in ihrer Not erschlägt, ergreift Mutter Voß, die bis dahin alles ertragen hat, die Initiative. Mit ihrer jüngsten Tochter Lisbeth beseitigt sie die Leiche und den Russenpelz gleich mit.
Di 14.02. 11.00 Uhr CinemaxX 8 (E)
Sa 18.02. 18.00 Uhr Fimmuseum Potsdam (E)
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