Der Förderpreis der DEFA-Stiftung in Höhe von 4.000 Euro des 15. internationalen Filmfestivals für Kinder und junges Publikum in Chemnitz ging in der Kategorie „Blickpunkt Deutschland“ an Andreas Arnstedt für seinen Film „Die Entbehrlichen“.
Der 12-jährige Jakob muss mit ansehen, wie der Alkoholismus und die Arbeitslosigkeit seiner Eltern die Familie unaufhaltsam zerstören. Die Situation eskaliert, als Jakobs Mutter während eines Alkoholentzuges im Krankenhaus verkündet, dass sie die Familie verlassen will und sich Jakobs Vater daraufhin in der Wohnung der Familie das Leben nimmt. Aus Angst, ins Heim zu müssen, verbirgt Jakob die Nachricht vom Tod des Vaters selbst vor seinen engsten Bezugspersonen und lebt zwei Wochen lang Seite an Seite mit dem Leichnam seines Vaters, bis die Wahrheit ans Licht kommt.
Andreas Arnstedts Regiedebüt, das auf einer wahren Begebenheit beruht, erzählt in eindringlichen und verstörenden Bildern die Geschichte eines sozialen Abstiegs mit fatalen Folgen. Der Regisseur verstrickt geschickt Szenen aus Vergangenheit und Gegenwart und verdichtet sie zu einem realistischen Portrait einer Familie am Rande der Gesellschaft, ohne dabei jedoch gänzlich auf Humor zu verzichten.
Zusätzlich zu diesem Preis vergab die DEFA-Stiftung in diesem Jahr einen Sonderpreis in Höhe von 1.000 Euro an Isabel Prahl für ihren Kurzfilm "Armut kennt viele Geschichten".