Programm Openairkino
Aus der Filmreihe „20 Jahre Mauerfall: Geteilte Vergangenheit – Gemeinsame Geschichte“
Am 29. Juli ab 20 Uhr eröffnet „Aufbruch Leipzig – Oktober 1989“, ein sehenswertes, wiederentdecktes Filmdokument aus der politisch offenen und heiklen Umbruchzeit, die Openairkinosaison auf der Leipziger Moritzbastei. Damit setzen der Progress Film-Verleih, Icestorm Entertainment und defa-spektrum mit Förderung der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der DEFA-Stiftung ihre bundesweite Filmveranstaltungsreihe mit dem Titel „20 Jahre Mauerfall: Geteilte Vergangenheit - Gemeinsame Geschichte“ fort. Auftakt war am 8. Mai am Berliner Alexanderplatz. Noch bis November werden drei weitere Filmveranstaltungen mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten in Bonn und Berlin folgen.
Am 29. Juli zeigt der Hauptfilm zum Thema „Zeitenwende in Kultur und Politik – Leipzig im Herbst ’89“ Persönlichkeiten der Stadt aus den Bereichen Wissenschaft, Kultur und Kirche, die sich im Oktober 1989 trauten, offen ihre Kritik, ihre Hoffnungen und Ängste vor der Kamera zu äußern. Außerdem kommt ein Kampfgruppenmitglied zu Wort; diese paramilitärische Organisation wäre auch zum Einsatz gekommen, wenn die Montagsdemonstrationen gewaltsam niedergeschlagen worden wären. Ein bewegendes Zeitdokument, das verstehen lässt, warum es zur „Friedlichen Revolution“ kam.
Die Filmvorführung wird durch ein Filmgespräch ergänzt. Die Podiumsgäste sind: Die Schauspielerin CLAUDIA WENZEL (12 Jahre festes Ensemblemitglied des Leipziger Schauspielhauses), Schauspielerin ALISSA JUNG (Tochter des Leipziger Oberbürgermeisters Burkhard Jung) und MDR-Redakteurin KATJA WILDERMUTH (Leiterin des MDR-Projekts: „1989 – Aufbruch ins Ungewisse“). Angefragt ist auch Markus Meckel. Moderiert wird die Veranstaltung von TV-Moderatorin ANGELA ELIS (auch Buchautorin zusammen mit Michael Jürgs: „Typisch Ossi, typisch Wessi. Eine längst fällige Abrechnung unter Brüdern und Schwestern“)
Der Ablauf:
20 Uhr: Einlass, Eintritt frei
20.15 Uhr: Filmgespräch „Zeitenwende in Kultur und Politik – Leipzig im Herbst ’89“
21 Uhr: drei ausgezeichnete, satirische DEFA-Animationsfilme „Die Lösung“,
„Lebensbedürfnis oder Arbeit macht Spaß“, „Monument“
Neuentdeckung: DEFA-Dokumentarfilm „Aufbruch Leipzig – Oktober 1989“, 1990
Der prämierte Leipzig-Kurzfilm „Kehraus“ (1990) über Leipziger Straßenfeger und ihre Ansichten über die sich abzeichnenden Veränderungen.
Die Filmreihe wird von der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der DEFA-Stiftung gefördert.
Für die Akkreditierung am 27. Juli sowie für Interviewanfragen, Presseheft und Bildmaterial wenden Sie sich bitte an:
Nicole Stelzner: 030/24003-471; n.stelzner@progress-film.de
Barbara Löblein: 030/24003-473, b.loeblein@progress-film.de
DEFA-Film „Aufbruch Leipzig – Oktober 1989“, 1990
Im Oktober 1989, als in Leipzig die politische Lage vollkommen unklar und blutige Gewalt alsReaktion auf die Montagsdemonstrationen nicht ausgeschlossen war, dokumentiert Georg Kilian in fesselnden Gesprächen den Aufbruch in eine neue Zeit. Die Bilder vom Massaker am 4. Juni in China sind noch lebendig, ein Leserbrief eines Kampfgruppenkommandeurs in der Leipziger Volkszeitung droht damit, notfalls mit Waffengewalt den Sozialismus zu verteidigen. Die zum Teil bis heute noch bekannten Interviewpartner aus den Bereichen Wissenschaft, Kultur und Kirche sprechen von ihrer Hoffnung und ihrem Enthusiasmus, den Zweifeln und Ängsten. Außerdem kommt ein Kampfgruppenmitglied zu Wort; diese paramilitärische Organisation wäre auch zum Einsatz gekommen, wenn die Demonstrationen gewaltsam niedergeschlagen worden wären.
Eine absolut sehenswerte Dokumentation, die dem Zuschauer viel vom Geist dieser Zeit vermittelt.
Zu Wort kommen Hans-Wilhelm Ebeling, Pfarrer der Thomaskirche, der wenige Monate später Politiker, Parteivorsitzender der neu gegründeten DSU und Minister in der Regierung von de Mazière wird, und Rolf-Michael Turek, Pfarrer der Markus-Kirchgemeinde (heute Krankenhausseelsorger des Universitätsklinikums Leipzig). Arno Rink, Rektor der Hochschule für Grafik und Buchkunst – bis ins neue Jahrtausend prägt er diesen Ort, einer seiner berühmtesten Schüler ist Neo Rauch. Auch heute lebt und arbeitet er in Leipzig. Schauspielerin Christa Gottschalk, Grande Dame des Leipziger Theaters (heute: Ehrenmitglied des Schauspiels Leipzig), und die Kabarettisten Gunther Bönke und Bernd- Lutz Lange berichten von ihren Erfahrungen. Letzterer wird bekannt durch den Aufruf der Leipziger Sechs zu Besonnenheit und Dialog, am 9. Oktober 1989 über Stadtfunk verbreitet, gelesen von Kurt Masur. Beide sind heute als Kabarettisten und Autoren aktiv. Weitere zu Wort kommende Zeitzeugen sind Prof. Karl Czok, Historiker, Prof. Dr. Karl-Friedrich Lindenau, Herzchirurg an der Karl-Marx-Universität, Dr. Gert Wohllebe, Generaldirektor des VEB Chemieanlagenkombinats Leipzig-Grimma und Thomas Hendrich, Meister im Drehmaschinenwerk Leipzig sowie Kampfgruppenmitglied.
Weitere Termine der Reihe „20 Jahre Mauerfall: Geteilte Vergangenheit -Gemeinsame Geschichte“
15. August: Open-Air Kino an der Gedenkstätte Berliner Mauer in Kooperation mit der Stiftung Berliner Mauer zum Thema „Sehnsucht ´89: Hoffnungen, Wünsche und Träume der Umbruchzeit“ mit zwei Filmen und Gespräch.
8. Oktober: Filmveranstaltung in Berlin in Kooperation mit der Havemann-Gesellschaft zum Thema „Staats-Un-Sicherheit“ - Film und Gespräch über Feindbilder in Ost und West.
8. November: Filmveranstaltung zum Thema: „Zeitenwende in Politik und Kultur: die Kraft der Kunst“ in der Bundeskunst- und Ausstellungshalle Bonn.
Aktuelle Ankündigungen finden Sie jederzeit unter:
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