ARTHUR MARIA RABENALT

Biografie

*25. Juni 1905, Wien – †28. Februar 1993, Wildbad Kreuth

Mit 16 Jahren kommt Arthur Maria Rabenalt an das Hessische Landestheater in Darmstadt, wo er 1923 „Die beiden Schützen“ inszeniert. Es folgen Engagements in Berlin, Wien, Gera und Würzburg. Der Versuch eine Operette von Offenbach als Film umzusetzen, scheitert 1930 an den antijüdischen Tendenzen der Ufa. Nebenbei sammelt er durch Volontariate und eine Regieassistenz weitere Erfahrung beim Film. Nachdem er, von den Nationalsozialisten als Kulturbolschewist angeprangert, 1934 vom Hessischen Landestheater entlassen wird und praktisches Berufsverbot erhält, dreht er mit „Pappi“ seinen ersten Kinofilm. Weil sein Lustspiel „Ein Kind, ein Hund, ein Vagabund“ 1935 von der Filmprüfstelle zeitweilig verboten wurde, ist Rabenalt unter Duldung des Propagandaministeriums zunächst in Frankreich und Italien tätig. In Österreich und Deutschland dreht er ab 1936 publikumswirksame Musikfilme, Lustspiele, Abenteuerfilme, Liebeskomödien und vermeintlich unpolitische Filme über das Artistenmilieu. „… reitet für Deutschland“ von 1941 zeigt aber eine deutliche Nähe zur NS-Ideologie und zum Antisemitismus und wird daher auch offiziell als „staatspolitisch wertvoll“ begrüßt. Trotz seiner Mitarbeit an Leni Riefenstahls „Tiefland“ und dem Arrangement mit den Machthabern, besteht Arthur Maria Rabenalt im Nachhinein darauf, ein unpolitischer Regisseur zu sein. Nach Kriegsende, inklusive zweijährigem Berufsverbot in der amerikanischen Besatzungszone, arbeitet er wieder an verschiedenen Theatern in Ost und West, dreht zwei Filme für die DEFA und dominiert die West-Berliner Filmszene. In der Zeit der Berlin-Blockade hat er geradezu ein Monopol inne und bemüht sich, durch die Produktion vieler Filme, der DEFA nicht allein das Feld zu überlassen. In den 50er Jahren dreht Rabenalt Unterhaltungsfilme, Adaptionen klassischer Operetten und Remakes, so z.B. „Alraune“ mit Hildegard Knef. Ab den 1960er Jahren arbeitet er hauptsächlich für das Fernsehen, auch hier vor allem Musik- und Tanzfilme, und schreibt anspruchslose Romane und Erzählungen mit zum Teil problematischen bis fragwürdigen Inhalten.


 

"Am Abend nach der Oper" - D1944, 96 Min., Farbe: SW

Regie: Arthur Maria Rabenalt - Drehbuch: Johanna Sibelius, frei nach der Novelle Der Fund von Franz Nabl - Produzent: Alf Teichs - Produktionsfirma: Terra-Filmkunst GmbH, Berlin - Verleih: Transit Film GmbH - Kamera: Albert Benitz - Musik: Albert Fischer - Darsteller: Gusti Huber, Siegfried Breuer, Erich Ponto, Robert Lindner, Klaus Pohl

Inhalt: Wien um 1910: Nach seiner Entlassung aus dem Zuchthaus wegen Eifersuchtsmordes an seiner Frau will Rudolph Manders ein neues Leben beginnen. Er lernt Julia kennen und heiratet sie, verschweigt ihr aber seine Vergangenheit. Ein Kaufmann in seiner neuen Firma kommt hinter das Geheimnis und erpresst ihn, da er gleichzeitig Julia umwirbt. Nach Aufklärung der Situation hält sie aber doch zu ihrem Mann.

Info: Der Kriminalfilm ist ein sogenannter „Überläufer“, d.h. er wurde nach dem Zweiten Weltkrieg uraufgeführt, da er erst kurz vor Kriegsende fertig gestellt wurde. 


 

"Chemie und Liebe" - SBZ (DDR) 1948, 98 Min., Farbe: SW

Regie: Arthur Maria Rabenalt - Drehbuch: Frank Clifford, Marion Keller, nach einem Stück von Béla Balázs - Produzent: Walter Lehmann - Produktionsfirma: DEFA-Studio für Spielfilme - Verleih: Deutsche Kinemathek - Kamera: Bruno Mondi - Musik: Theo Mackeben - Darsteller: Hans Nielsen, Tilly Lauenstein, Ralph Lothar, Ann Höling, Gisela Deege

Inhalt: Der Chemiker Dr. Michael Alland hat eine Erfindung gemacht, durch die man Butter direkt aus Weidegras gewinnen kann. Der profitgierige Konzernchef Da Costa versucht ihm die Errungenschaft durch Köder in Frauenform abzujagen. Doch Dr. Alland realisiert seine Liebe zu seiner Assistentin Martina und verlässt gemeinsam mit ihr das Land Kapitalia.

Info: Die futuristische Komödie thematisiert das Problem der Ernährung nach dem Zweiten Weltkrieg und hat einen stark antikapitalistischen Anstrich.


 

Biografie und Filminformationen als Download
Filmblatt Arthur Maria Rabenalt.pdf


 

Text

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