5. DEFA-Newsletter Juni 2005

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Anette Metzger,
Geschäftsführerin von Cintec, übergibt
Helmut Morsbach
den ersten Film
des Cintec-Archivs

 

DEFA-Stiftung erwirbt Cintec-Archiv
Die DEFA-Stiftung hat am 26. Mai den Filmbestand der Cintec Film- und Fernsehproduktionsgesellschaft mbH übernommen. Der Bestand dokumentiert auf 5.200 Kassetten mit ca. 2.200 Stunden Filmmaterial das Ende der DDR und das Zusammenwachsen beider deutscher Staaten von 1985 bis 2004.
Die Cintec Film- und Fernsehproduktionsgesellschaft GmbH, bereits 1973 in Berlin (West) gegründet, produzierte für öffentlich-rechtliche Sendeanstalten Dokumentationen, Nachrichten- und Magazinbeiträge zur Politik, Kultur und dem Alltag der DDR. Dabei entstanden viele Stunden Rohmaterial, die neben den politischen Ereignissen um 1989 auch den Alltag beider zusammenwachsender Staaten dokumentieren. Die Sammlung umfasst Aufzeichnungen zum Fall und Abriss der Mauer, zur Währungsunion, zu Prozessen gegen DDR-Politiker und zahlreiche Zeitzeugengespräche.
Nach dem Zeitzeugen-Archiv Thomas Grimm ist der Cintec-Bestand bereits das zweite Archiv mit dem die DEFA-Stiftung ihre Sammlung erweitert und historisches Filmmaterial für die Öffentlichkeit sichert. Die Aufnahmen liegen meist auf sendefähigem Beta-SP- oder Digi-Beta-Material vor und können demnächst in einer Datenbank auf der Homepage der Stiftung recherchiert werden.

 

 

 


Fräulein Schmetterling

Fräulein Schmetterling

Als Gemeinschaftsarbeit von DEFA-Stiftung und Bundesarchiv-Filmarchiv wurde der 1965 gedrehte und nach dem 11. Plenum des ZK der SED verbotene DEFA-Film „Fräulein Schmetterling“ jetzt rekonstruiert.
Der Film in der Regie von Kurt Barthel entstand nach einem Szenarium von Christa und Gerhard Wolf und erzählt vom Selbstfindungsprozeß einer jungen Frau, die nach ihren eigenen Vorstellungen leben will und sich der staatlichen Bevormundung widersetzt. Dabei wurde die Spielfilmhandlung immer wieder mit Träumen und Visionen sowie dokumentarischen Szenen verknüpft, die einen tiefen Eindruck vom Alltagsleben im Berlin der sechziger Jahre vermitteln.
Die von Ralf Schenk und Ingeborg Marszalek vorgenommene Rekonstruktion unternimmt nicht den Versuch, den Film endzufertigen. Vielmehr wurde das im Bundesarchiv aufbewahrte Material in der vom Regiedrehbuch vorgegebenen Reihenfolge montiert. Originaltöne wurden beibehalten, fehlende Dialogpassagen durch Untertitel ersetzt.
Die erste Aufführung findet am Donnerstag, dem 16. Juni, um 20 Uhr im Kino Blow up, Berlin statt. Ralf Schenk wird auch in den für die Öffentlichkeit zugänglichen Vorführungen am 17. und 18. Juni eine Einführung geben.

 

 

Robert Thalheim,
Sebastian Winkels
und
Till Endemann

Förderpreis für Robert Thalheim
Robert Thalheim erhielt auf dem 15. FilmKunstfest Schwerin den Förderpreis der DEFA-Stiftung für den Film „Netto“. Der Förderpreis wird in Form eines Stipendiums vergeben und ist mit 4.000 Euro dotiert.
Mit bedrückend realistischen Bildern schildert Robert Thalheim eine Vater-Sohn-Beziehung angesiedelt in Berlin, Prenzlauer Berg. Sebastian dringt in das chaotische Leben seines arbeitslosen Vaters ein und versucht ihn für die Arbeitswelt fit zu machen. Thalheim beobachtet präzise und einfühlsam wie beide in alltäglichen, tragikomischen Situationen langsam zu einander finden.
Mit Till Endemann, Sebastian Winkels und Christian Petzold wurden auf dem Filmkunstfest Schwerin weitere Preisträger der DEFA-Stiftung ausgezeichnet. Till Endemann erhielt den Publikumspreis für seinen Film „Das Lächeln der Tiefseefische“, Sebastian Winkels den Hauptpreis des Kurzfilmwettbewerbs für „Falling Grace“ und Christian Petzold für den Film „Gespenster“ den Findling.

 

 

 

DEFA-Filmreihe in Zürich

Das Kino Xenix in Zürich zeigte im April in der Reihe „Deutschland über alles“ deutsche Filme seit den 60er Jahren aus Ost und West. Aus der DDR waren u. a. die DEFA-Filme „Berlin – Ecke Schönhauser „, „Denk bloss nicht, ich heule“, „Heisser Sommer“ „Die Schlüssel“ und „Solo Sunny“ zu sehen. Die Reihe wurde von der DEFA-Stiftung gefördert.

 

 

Manfred Krug

MANFRED KRUG - Ein Schauspielerporträt in 15 Filmen von 1960-1978
Mit Unterstützung der DEFA-Stiftung präsentiert der Filmclub 813 in Köln vom 4. Juni bis 4. Juli 2005 eine Auswahl von 15 DEFA-Filmen, in denen der Schauspieler Manfred Krug mitwirkt. Zu sehen sind u. a. „Spur der Steine“, „Weite Straßen – Stille Liebe“, „Auf der Sonnenseite“, „König Drosselbart“ und der satirische Kurzfilm "Der Wettlauf des Hasen mit dem Igel" aus der Reihe "Das Stacheltier" und der Dokumentarfilm "Fensterputzerserenade".
Der Filmclub 813 bietet so dem Kölner Publikum die Gelegenheit den Schauspieler Manfred Krug jenseits seiner späteren Fernsehpräsenz zu erleben.
www.filmclub813.de

 

Halbbilder Kurzfilmtour 2005

Bereits seit Mai tourt die Filmreihe Halbbilder mit einem Kurzfilmprogramm durch Sachsen-Anhalt. Insgesamt standen acht Städte auf dem Tourplan. Enden wird die Tour am 19. Juni in Magdeburg mit der Vergabe des Sachsen-Anhaltinischen Publikumpreises. Der Veranstalter romaro e.V. wird von der DEFA-Stiftung gefördert.
www.halbbilder.de

 
 

Ausstellung „Märchenland Babels

Ausstellung „Märchenland Babelsberg“
Vom 1. Juni bis zum 17. April 2006 zeigt das Filmmuseum Potsdam die Ausstellung „Märchenland Babelsberg“, in der sich Kinder mit ihren Eltern auf die Spuren von sieben DEFA-Märchenfilme begeben können: „Die Geschichte vom kleinen Muck“, „Das singende, klingende Bäumchen“, „Das Feuerzeug“, „Schneewittchen“, „Rotkäppchen“, „König Drosselbart“, „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Mit einem dunklen Märchenwald und einem prächtigen Thronsaal ist ein Märchenland in Babelsberg entstanden, das den Besuchern die Geschichten und Filme auf spielerische Weise nahe bringt. Die Ausstellung wird von der DEFA-Stiftung unterstützt.
www.filmmseum-potsdam.de

 

 
 

Aufklärungsfilme der DEFA auf dem Filmfest Dresden
Das Filmfest Dresden zeigte in diesem Jahr, unterstützt durch eine Förderung der DEFA-Stiftung, mit großem Erfolg die Reihe „Aufklärungsfilme der DEFA“. Daniel Kothenschulte im film-dienst 10/2005: „Ausgerechnet ein DEFA-Dokumentarfilm schenkte dem Festival sein schönstes Freiheitsgefühl.“ Im Mai tourte die Reihe durch Kinos in Erfurt, Freiberg, Leipzig und Wiesbaden.

   
 

Humor im Zeitraffer – die DDR-Satirereihe Tobias Bremser (t.b.)
Im Arsenal Berlin wird am 24. Juni die DEFA-Reihe „Tobias Bremser (t.b.)“ gezeigt.
Die im Slapstick-Stil des frühen Kinos gehaltenen, durch Zeitraffer verfremdeten und mit Klaviermusik unterlegten Kurzfilme drehen sich um das Fehlverhalten eines „Zeitgenossen abseits der Hauptstraße“, der vom Kabarettisten Lutz Stückrath verkörpert wird. Es werden die Filme „Frisch Gesellen, seid zur Hand!“, „t.b. und seine Leute“ „t.b. als Fremdenführer“, „t.b. und die Autos“, „Vaters große Liebe“, „t.b. macht Karriere“ und „t.b. und das runde Leder“ gespielt.
http://www.fdk-berlin.de/arsenal/text2005/0605filmdokument.html

 

 
 
 

DEFA-Stiftung auf dem Kirchentag in Hannover
Auf dem vom 25. bis 29. Mai in Hannover veranstalteten Kirchentag war der Vorstand der DEFA-Stiftung eingeladen an einem Podiumsgespräch zum Thema „Gedächtnis – Pflege: Erinnern in Literatur und Kino“ teilzunehmen. Dieser Teilaspekt war Thema einer dreitägigen Werkstatt der evangelischen und katholischen Akademien unter dem Motto „Religion und kulturelles Gedächtnis“.

 

 
 

Gojko Mitic

Gojko Mitic im Babylon Mitte

Unter dem Motto „Ein Wigwam steht im Babylon“ veranstaltet das babylon berlin:mitte am 18. und 19. Juni ein Gojko-Mitic-Wochenende. Der „DEFA-Chef-Indianer“ feiert im Juni seinen 65. Geburtstag und wird das Kino in gewohnter Weise - auf dem Rücken eines Pferdes - besuchen.
Während im Kinosaal die DEFA-Indianerfilme und ein Zeitzeugengespräch der DEFA-Stiftung mit Gojko Mitic laufen, wird vor dem Babylon ein Indianer-Verein Tipis aufbauen und die kleinen und großen Fans mit Federschmuck, Friedenspfeife und Feuerwasser begrüßen.
http://www.babylonberlin.de

 
 

Hollywood behind the Wall
Hollywood behind the Wall

Unter dem Titel „Hollywood behind the Wall - The Cinema of East Germany” ist in Groß-britannien jetzt ein Band zur Geschichte des DEFA-Spielfilms von Dr. Daniela Berghahn veröffentlicht worden. Der bei Manchester University Press erschienene Band ist in auch Kanada und den USA erhältlich.

   
  „Schreibtisch am Meer“ für Till Endemann

Nachdem Till Endemann bereits durch den Förderpreis der DEFA-Stiftung eine Unterstützung für die Entwicklung seines nächsten Projektes erhielt, scheint er nun auch mit dem „Schreibtisch am Meer“, dem Sonderpreis des Internationalen Filmfestes Emden, den passenden Ort zum Schreiben gefunden zu haben.

 

 
 
 

Die NDR-Wahl zu den besten deutschen Filmen

Noch bis zum 15. Juni lässt der NDR über die besten deutschen Filme abstimmen. In der Auswahl befinden sich auch die DEFA-Filme „Der geteilte Himmel“, „Jakob der Lügner“, „Das kalte Herz“, „Die Legende von Paul und Paula“, „Die Mörder sind unter uns“, „Nackt unter Wölfen“, „Die Söhne der großen Bärin“, „Solo Sunny“, „Spur der Steine“ und „Der Untertan.“
http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_special/0,,SPM5114,00.html?mode=list&LID=12

 

 
 

Lothar Warneke
(Foto: Sandra Bergemann)

Lothar Warneke verstorben
Der Regisseur Lothar Warneke ist am 5. Juni im Alter von 68 Jahren in Potsdam verstorben. Zu seinen Arbeiten zählen die DEFA-Filme „Einer trage des anderen Last“, „Dr. med. Sommer II“, „Blonder Tango“ und „Die Beunruhigung“.

 

 


Zeitzeugen und DEFA-Filme im Fernsehen
  • 14. Juni 2005 15.10-16.00
    XXP Zeitzeugen - Die Bernsteinzimmer-Saga. Das Silber der Wettiner“
  • 15. Juni 2005 0.00-0.45
    XXP Zeitzeugen - Gojko Mitic - Der Chefindianer der DEFA
  • 18. Juni 2005 14.30-15.55
    RBB Chingachgook, die Große Schlage
  • 19. Juni 2005 11.00-12.40
    MDR Weiße Wölfe
  • 19. Juni 2005 14.30-15.50
    RBB Der lange Ritt zur Schule
  • 20. Juni 2005 22.50-0.00
    MDR Betrogen bis zum jüngsten Tag
  • 21. Juni 2005 15.15-16.00
    XXP Zeitzeugen - Gojko Mitic - Der Chefindianer der DEFA
  • 22. Juni 2005 0.05-0.50
    XXP Zeitzeugen – István Szabó, ungarischer Regisseur. Berliner Lektionen