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DEFA - Stiftung - 2011

Förderpreisträger 2011

 

Förderpreis für Marc Bauder auf dem 21. Filmfestival Cottbus 2011

Der mit 4.000 Euro dotierte Förderpreis der DEFA-Stiftung auf dem 21. Filmfestival Cottbus 2011 geht in diesem Jahr an Marc Bauder für seinen Film „Das System – alles verstehen heißt alles verzeihen“.

Der junge Kleinkriminelle Mike wird durch den Geschäftsmann Böhm in die Welt ehemaliger DDR-Geheimdienstler eingeführt. Mike ist fasziniert, wie die alten Strukturen und Kontakte 20 Jahre später immer noch gewinnbringend funktionieren. Doch dann muss er erkennen, dass sein Vater Opfer dieser Machtspiele und Manipulationen wurde.

Marc Bauder inszeniert spannend die Geschichte einer Familie, die an einem System zerbrochen ist. Gelungen verkörpert Jacob Matschez den Jugendlichen Mike, der der Verführung durch die Macht nur knapp widersteht. Die Szenerie des Meeres unterstützt die Anspannung und Kälte zwischen den Charakteren.

 

Förderpreis für Christian Werner auf dem 16. Internationalen Filmfestival für Kinder und junges Publikum (Schlingel) 2011

Der mit 4.000 Euro dotierte Förderpreis der DEFA-Stiftung auf dem 16. Internationalen Filmfestival für Kinder und junges Publikum geht in diesem Jahr an Christian Werner für seinen Film „Monika“.

Wie schrecklich ist die Vorstellung plötzlich zu erblinden? Für Monika wird dieser Albtraum nach einer gescheiterten Augenoperation zur Realität. Sie stürzt in eine tiefe Krise. Von ihrer Mutter erhält sie keine Unterstützung, denn diese ist mit ihrem Leben selbst überfordert. Erst auf der Blindenschule trifft Monika Menschen, die sich um sie sorgen. Mit einer Ausbildung und einer eigenen Wohnung wagt Monika einen Neubeginn.

Klare Kamerabilder wechseln sich mit unscharfen, dunklen Bildern ab. Es ist Monikas Blick, den der Zuschauer zeitweise verfolgt um eindrucksvoll ein Gefühl der Blindheit zu erleben. Sensibel und sachlich zeichnet Christian Werner in seinem ersten Lang-Spielfilm den langsamen Weg mit einer plötzlichen Erblindung umzugehen. Gleichzeitig beschreibt dieser Weg die Loslösung einer jungen Frau in die Unabhängigkeit

 

 

Förderpreis für Martin Gerner auf dem 54. Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm 2011

Der mit 4.000 Euro dotierte Förderpreis der DEFA-Stiftung auf dem 54. Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm 2011 ging in diesem Jahr an Martin Gerner für seinen Film „Generation Kunduz – Der Krieg der Anderen“.

Kunduz – eine Region im nördlichen Afghanistan. Der Krieg ist stets allgegenwärtig, doch es gibt noch etwas anderes: Hoffnung und den Willen zur Veränderung. Junge Frauen kämpfen gegen patriarchale Strukturen für mehr Anerkennung und bessere Bildung. Künstler drehen einen Liebesfilm, mit dem sie gleichzeitig aufklären wollen. Ein Student betreut als Freiwilliger die Vorbereitungen zur Wahl.

Martin Gerner dokumentiert ein Krisengebiet ohne die typischen Klischeebilder. Er zeigt starke junge afghanischen Frauen und Männer, die den Mut haben, starre Gesellschaftsregeln auch ohne fremde Hilfe zu brechen. Es ist eine neue Generation des Aufbruchs. Den Krieg führen die Anderen.

 

 

Förderpreis für David Buob, Krunos Jovic und Milan Milosavljevic auf dem 23. Filmfest Dresden 2011

Am 22. Juli 2011 verlieh die DEFA-Stiftung auf dem 23. Filmfest Dresden – International Short Film Festival 2011 wieder einen Förderpreis in Höhe von 4.000 Euro. Den Preis erhielten David Buob, Krunos Jovic und Milan Milosavljevic für ihr serbisch-deutsches Projekt „In Search Of Mefistofeles“.Der Film behandelt die Frage, wie ein Zusammentreffen zwischen Mephistopheles und einem jungen Studenten der heutigen Zeit im Auerbachs Keller in Leipzig aussehen würde. Der Förderpreis wurde zum achten Mal im Rahmen des Austauschforums "Perspektiven für den Animationsfilm"  vergeben

 

Förderpreis für Andreas Kannengießer
auf dem 21. filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern 2011

Der Förderpreis der DEFA-Stiftung in Höhe von 4.000 Euro auf dem 21. filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern ging an Andreas Kannengießer für seinen Film „Vergiss dein Ende“.

Die jahrelange Pflege ihres demenzkranken Mannes raubt Hannelore ihre Kraft. Sie entflieht ihrem Alltag und folgt heimlich ihrem Nachbarn, dessen Mann vor kurzem an Krebs gestorben ist. Die beiden versuchen, sich gegenseitig Hoffnung und Halt zu geben.

Andreas Kannengießer zeigt in seinem Spielfilm die alltäglichen Schwierigkeiten des Zusammenlebens mit einem demenzkranken Menschen. Er stellt sich diesem schwierigen Thema auf einfühlsame Weise, ohne jedoch auf humorvolle Momente zu verzichten. Neben der stimmig erzählten Geschichte besticht der Film besonders durch das authentische Spiel der Darsteller.

 

Förderpreis für Samira Radsi
auf dem 32. Filmfestival Max Ophüls Preis 2011

Der mit 4.000 Euro dotierte Förderpreis der DEFA-Stiftung auf dem 32. Filmfestival Max Ophüls Preis ging in diesem Jahr an Samira Radsi für ihren Film "Anduni – Fremde Heimat“.

Allein das Studium erlaubte es Belinda, entgegen der starren Konventionen ihres armenischen Elternhauses unverheiratet auszuziehen. Nun genießt sie ihre gewonnene Unabhängigkeit mit ihrem Freund Manuel. Als plötzlich ihr Vater stirbt, wird ihr bewusst, wie fremd und gleichzeitig nah ihr die eigene Familie ist. Um ihrer Mutter zu helfen, beschließt Belinda, sich um die Erbschaftsangelegenheiten zu kümmern. Somit gerät sie zunehmend in Berührung mit ihrer armenischen Familiengeschichte und begibt sich auf die Suche nach der eigenen Identität.

Mit kraftvollen Bildern und einer experimentellen Kameraführung erzählt Samira Radsi die tragikomische Geschichte einer zwischen ihren armenisch-türkischen Wurzeln und der eigenen Selbstverwirklichung stehenden Frau. Sensibel thematisiert sie die Schwierigkeit, zwei unterschiedliche Kulturen miteinander zu vereinbaren, aber auch den Mut zur Veränderung, den man braucht, um seinen Platz im Leben zu finden.